Als wir an unserem vorletzten Tag am Hundestrand in Prerow Kaya bei ihrem Badevergnügen in der schon recht kalten Ostsee zusahen, fiel mir was ein.
Warum spielt eigentlich „Jill und die Welpenmafia“ in Graal-Müritz und nicht hier auf dem Darß, fragte ich meine Begleiterin. Denn sie, Claudia, ist die Autorin des Jugendbuches, das ich vor zwei Jahren selbst gelesen habe und das mir so gut gefiel. Es geht um den Schmuggel mit Hundewelpen, den die 12 Jahre alte Jill, die Hauptperson des Buches, in Graal-Müritz aufdeckt.
„Das hat zwei Gründe“, erklärt Claudia. „Jill kommt ja einer Bande auf die Schliche, die ihren Umschlagplatz für die Welpen tief im Küstenwald hat. Die Rostocker Heide eignet sich gut für Verstecke und hat gleichzeitig den Vorteil, dass man schnell in Rostock ist und von dort die Autobahnen erreicht – also die A 19 (Verbindung mit Berliner Ring), die A 20 (Richtung Lübeck und Hamburg im Westen und Greifswald, Neubrandenburg und Stettin im Osten), die A 24 (Verbindung Hamburg-Berlin) und die A 14 (Richtung Schwerin und weiter in den Süden Deutschlands). Für die Welpenschmuggler ist die gute Anbindung extrem wichtig, um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wenn sie die jungen Hunde regelmäßig in das alte Forsthaus im Wald bringen, damit sie von dort weiter zu Händlern transportiert werden können.“
„Und der zweite Grund?“, hake ich nach, weil Claudia auf Kaya schaut, die gerade in eine Welle zu beißen versucht.
„Das ist sie“, zeigt Claudia auf ihre geliebte Hovawarthündin. „Als ich 2011 zum ersten Mal in Graal-Müritz war, wollte ich auf dem Rückweg durch die Uckermark fahren und mir hier einen Wurf anschauen. Eine Hovawarthündin hatte geworfen, elf Welpen gab es. Der Wurftag war der 12. Juni 2011, mein eigener Geburtstag. Unter den blonden und schwarz-markenen Hovis war eine kleine schwarze Hündin, die mir die Züchterin anvertrauen wollte. Eigentlich sollte die Schwarze in die Zucht, aber der sehr engagierten und verantwortungsvollen Züchterin war das Glück der Hündin wichtiger.“
„Deshalb spielen Hovawarte in deinem Buch eine so große Rolle, ich verstehe“, sage ich und beschließe „Jill und die Welpenmafia“ noch einmal zu lesen und auch reinzuhören. Die Schauspielerin und Sprecherin Claudia Lietz – Achtung: nicht wundern über den ähnlichen Namen – hat das erste Kapitel eingelesen, wie man in ihren Kreisen sagt.
Falls ihr Lust auf das Buch bekommen habt, dann schaut hier:
