Asta Nielsen Haus Hiddensee

Das Haus „Karusel“

Hiddenseeurlaub 2026

Ich sitze „unter einem unfassbar hohen und blauen Himmel“, wie Asta Nielsen in ihren Erinnerungen an ihre Sommeraufenthalte auf Hiddensee schrieb.

Und in der Tat ist der Himmel über der kleinen Ostseeinsel so unfassbar blau, als habe ein Maler nachgeholfen. Während mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, sitze ich vor dem Haus der Stummfilmschauspielerin Asta Nielsen. Würde ich links um das Haus herumlaufen, wäre dort die zweite Eingangstür, über der die Buchstaben „Karusel“, dänisch für Karussell, stehen. Asta Nielsen hat ihr 1922 in Vitte erworbenes und durch den Berliner Architekten Max Taut erweitertes Haus „Karusel“ genannt, weil es rund ist.

So exklusiv seine Form, so exklusiv die Gäste, die ab Ende der 20-er Jahre im „Karusel“ ein- und ausgingen. Ich stelle mir vor, wie der Nobelpreisträger Gerhard Hauptmann mit seiner zweiten Frau (und ehemaligen Geliebten) Margarete Marschalk anreist und auf Joachim Ringelnatz trifft, den Dichter und Schöpfer des Seemanns Kuddel Datteldu. Von Joachim Ringelnatz ist bekannt, dass er die Dänin Asta Nielsen sehr verehrte – „Deine große Barfußmädchenseele, Asta, ewig lebt sie, webt und wirbt“ – und dem Schnaps so zusprach, dass er sich nach Trinkgeladen in der Hafenkneipe Vittes auf den heimischen Kuhweiden verirrt haben soll.

Dass das „Karusel“ lange Jahre leer stand, kann ich kaum fassen. Auch jetzt, fast 100 Jahre später, scheint mir das runde Sommerhaus mit seiner Traumlage zwischen Kloster und Vitte der Inbegriff der Schönheit und des Rückzugs zu sein. Glücklicherweise überließ man das architektonische Kleinod nicht dem Verfall, sondern renovierte es denkmalgerecht. Seit 2015 kann das Asta-Nielsen-Haus besichtigt werden und ermöglicht mit Fotos und literarischen Zeugnissen einen Einblick in die künstlerisch inspirierenden Endzwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

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